
Hinzu kam Südwind, wir mussten nach Norden. Das passte (für den nächsten Tag). Nach einer Nacht in der Caleta Greenpeace ging es – wie meist! – sehr früh morgens los, der grösste Gezeitengletscher Südamerikas ausserhalb der Antarktis wartete auf uns. Es kam uns Havorn entgegen, sehr langsam, da sich durch das Eis kämpfend. Das würde uns auch noch blühen. Und tatsächlich, 10sm vom Gletscher entfernt erforderte die Navigation sehr viel mehr Aufmerksamkeit. Der Pío XI- oder Brüggengletscher (nach einem deutschen Geologen benannt und natürlich einem Papst benannt) ist bekannt dafür, dass er sehr ‚produktiv‘ ist und laufend viel Material abwirft, das sich dann mit Wind und Strömung bewegt.

Wir fahren etwas zurück und dann rüber auf die andere Seite (der Gletscher ist an der Front 3.5km breit!). Dort liegt unser Ziel für die Nacht. Die Bucht, die wir aussuchen, ist frei von Eis. Davor zieht es vorbei, vom Südwind angetrieben. Der Abend ist schön und verlangt noch nach einem kleinen Landausflug, der uns die Bekanntschaft mit einem neugierigen Otter beschert und nach einem Dinghyausflug, der uns zu einer grossen Eisscholle führt, die stark vor sich hinschwitzt.

Heute, von der anderen Seite, kommen wir so nah ran, wie wir uns trauen. Wir lassen wie gestern das Dinghy ins Wasser, um auch ein paar Bildchen mit der Iraila vor dem Gletscher machen zu können. Die Sonne lacht zwar nicht so wie gestern, dennoch ist die Sicht sehr gut und der Gletscher leuchtet trotzdem unsäglich blau. Es ist einfach wieder beeindruckend!





Kurz nach unserer Ankunft nähert sich die Shazzan, die wir auch am Weihnachtsessen in Puerto Williams kennengelernt hatten. Wir beobachten ihre Ankunft vom Berg aus, den wir kurz zuvor erklommen hatten. Später statten wir ihnen noch einen Besuch ab und verabreden uns für Puerto Edén. Auf dem Nachhauseweg beobachtet uns ein einzelnes Seelöwenmännchen vom Ufer aus.



