Die Fahrt zurück ‚über‘ die Anden bzw deren Ausläufer führte uns durch die Angostura White und ermöglichte bei ordentlich Wind immerhin 1/3 Segeln. Auf Isla Jaime fiel der Anker, neben uns, festgemacht am Felsen, lag erstmals ein Fischerboot. Ist wahrscheinlich darum rar, weil zur Zeit keine Centollas gefangen werden dürfen.
Der nächste Tag war ein reiner Motortag, 36sm. In der Caleta Bernard, die nach dem berühmten französischen Segler Bernard Moitessier benannt ist, legten wir windbedingt einen Ruhetag ein. Am übernächsten Tag fuhren wir um 14 Uhr los, der Wind hatte sich beruhigt. Geplant war ein kurzer Schlag, damit der Folgetag nicht so lange würde. Wenige Meter vor der Einfahrt zur Zielbucht lockten Wind und Wetter zur Weiterfahrt, obwohl es schon 18 Uhr war. Aber da die Tage immer noch lange sind, wollten wir diese Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen, zumal am Folgetag die Strecke ohne Wind wohl zu motoren wäre. Jetzt aber konnten wir Segel setzen und bis zum Ziel, Puerto Mayne, durchsegeln. Fabelhaft!
Die ganzen Tage waren von der Bordmeteorologin so geplant, dass wir beim angekündigten Schönwetter die Gletscher Amalia und Brujo besuchen konnten. Das wunderbare Wetter mit viel Sonne und erstaunlich hohen Temperaturen traf tatsächlich ein und bescherte und einen beeindruckenden Besuch des Amalia-Gletschers, immer in Begleitung einer Gruppe von Delphinen. Magisch!



Der Besuch des Brujo-Gletschers erfolgte entgegen der Prognose bei weniger Sonnenschein. Aber genau als wir am Gletscher ankamen, öffnete sich der Himmel für die eine Stunde an diesem Tag und bescherte uns schon wieder eindrückliche Momente an einem Gletscher.


So imposant die Bilder auch jeweils sind, meist schwingt leider auch etwas der Gedanke mit, dass wir hier etwas Sterbendes betrachten, sozusagen den Gradmesser der Spuren, die wir Menschen auf diesem Planeten hinterlassen. Auch wir, die beiden Gletschertage waren reine Motortage.
Heute ging es so weiter. Aber nicht lange. Das Gegenanknüppeln gegen 25kn Wind und über 1kn Strom macht einfach keinen Spass. Aber wir wollten auf keinen Fall noch eine Nacht am letzten Ankerplatz (Caleta Rachel) bleiben.
So liegen wir jetzt wohl nur etwa 5sm weiter nördlich in der Poza de las nutrias (Otter Pool).
Gut geschützt und mit einem feinen Ossobuco im Magen!



