Puerto Edén – ein Meilenstein

Gestern erreichten wir bei Sonnenschein Puerto Edén, das anscheinend im Guinness Buch der Rekorde als die Siedlung mit dem weltweit höchsten Niederschlag geführt wird! Der (unbewohnte) Ort mit dem meisten Niederschlag liegt noch ein wenig weiter südlich. Das können wir bestätigen. Aber jetzt, nichts davon! Wir nehmen das gerne an. 

In der Bucht vor dem 200-Seelenort liegt bereits ein Bekannter, die WAMM III, mit dem ersten rumänischen Weltumsegler, den wir ja schon an der Weihnachtsfeier in Puerto Williams kennengelernt hatten. Wenig später trudelt Anneke mit Hartmut und seinem Cousin ein, auch an der selben Feier kennengelernt. Heute Mittag gesellte sich Shazzan dazu, auch sie Weihnachtsfeierbekanntschaft. Verrückt, da wir alle zu recht unterschiedlichen Zeiten losgefahren sind. Wir haben da wohl weitaus am meisten Strecke gemacht, sind ja auch schon gleich am 25.12. los. 
Puerto Edén ist nicht nur wegen des üblicherweise üppigen Regens und seiner (ebenfalls rekordverdächtigen) sehr abgelegenen Lage wegen speziell, sonder auch weil keine Strasse den Ort mit dem Rest der Welt verbindet. Versorgungsschiffe ein oder zweimal die Woche sind die Hauptverbindung. Für uns Segler ist es ein Meilenstein. Gefühlt die Hälfte liegt hinter uns. Vielleicht nicht ganz, aber was vor uns liegt ist wohl in jeder Hinsicht etwas angenehmer. Und ohne den Abstecher nach Puerto Natales ist es das erste Zivilisationszeichen. Auch der erste Ort, an dem Diesel nachgetankt werden kann. 
Im Ort selber gibt es auch keine Strassen. Den Häusern entlang führt ein Holzsteg, der nachts mit Strassenlampen beleuchtet ist. Restaurants gibt es keine. Vielleicht zwei einfache Unterkünfte. Drei Shops mit überschaubarem Angebot.  Man kann allerdings im Vorfeld Waren bestellen, wie auch Diesel. Das wird dann alles mit dem Versorgungsschiff aus dem ca. 500km (Luftlinie) entfernten Puerto Montt oder aus Puerto Natales angeliefert. 
Irgendwie fühlt es sich nicht so an, wie wenn wir an einem der entlegensten Orte der Welt wären. Wieso das so ist, wissen wir nicht. 

Bild von Klaus Tischhauser
Klaus Tischhauser

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