Regatta time nach Chiloé. Puerto Aguirre. Castro.

Den breiten und den vorherrschenden Winden aus Nord ausgesetzten Canal Moraleda meidend fuhren wir eine östliche Route, um die Isla Magdalena herum, während sich unsere treuen Begleiter von der Pould‘O weiter westlich hielten. Am Anfang der letzten potentiell heiklen offenen Passage, dem Golfo de Corcovado, lagen beide Boote aber wieder auf fast gleicher Höhe, einfach seitlich versetzt. So konnte über eine längere Distanz von ca. 50sm eine kleine Regatta ausgetragen werden. Die Nacht davor verbrachten wir in der Bucht mit dem lustigen Namen Seno Venas Abiertas (Fiord der offenen Venen). Wir machten erstmals an einem Arbeitsschiff fest, das zur nahe gelegenen Lachsfarm gehörte.

Noch vor Sonnenaufgang ging es bei herrlichen Bedingungen los.

Als beide Boote im Golf segelnd ankamen zeigten sich Vorteile für Pould‘O. Bei 25 Knoten Wind und achterlicher Wellen segelten sie unter Genacker (wir hatten den auf der September jeweils ab 14 Knoten wieder eingeholt), während die Iraila-Crew gerefft und mit Genua eher auf Komfort und Sicherheit setzte. Und auf die gewählte Strategie. So kam dann vom in Führung liegenden Schiff  bald die Meldung, dass mangels Wind der Motor laufe und man das Rennen aufgäbe. Schade. Iraila segelte derweil im Wind weiter, vor einer atemberaubenden Berg- und Vulkankulisse.

Am Ziel in Puerto Aguirre knatterte aber Irailas Motor, während Pould‘O wieder unter geblähten Segeln lief. Wir einigten uns auf keinen Sieger und feierten den wunderschönen Segeltag gemeinsam ausgiebig auf der Pould‘O.

Nach Puerto Aguirre trennten sich die Wege der Regattiers für einen Tag. Dann führte sie die Reise aber wieder zusammen – segelnd. Also erneut Regatta! Bei sehr leichten Winden war segeln sehr hoch am Wind angesagt. Da wir im Gegensatz zur Pould‘O ein Segel genau für diese Bedingungen an Bord haben – den Code Zero -, war das Rennen eine sehr einseitige Angelegenheit. Schneller und viel höher am Wind segelnd, sahen wir sie erst vor uns, bald aber nur noch achteraus. Der Code Zero ist wirklich ein Hammersegel.  Hier ein paar Eindrücke:

Natürlich schlossen wir den Tag gemeinsam grillierend auf der Iraila ab, im Schutze einer kleinen Insel.

Schliesslich brachte der Schlag nach Castro nochmals ein paar Segelstunden. Diesmal zeitlich versetzt. Gemächlich zwischen den Lachsfarmen und Muschelzuchten in der Nachmittagssonne hin und her kreuzend bis zum wirklich nett wirkenden Castro.

Bild von Klaus Tischhauser
Klaus Tischhauser

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