In Itajaí haben wir nun doch einige Tage verbracht und die Zeit zum Basteln oder zur Vorbereitung dazu genutzt. Hauptsorge war der geliebte Elektroaussenborder. Von Beginn weg hatten wir immer wieder Aussetzer, die wir auf schlechte Kontakte zurückführten. Kleine Ursache, die sich zwischendurch auch mal beheben liess, aber eben nur vorübergehend. Dann kam eine neue Fehlermeldung dazu, die aber nur die eine von zwei Batterien betraf. Irgendwann kamen wir zum Schluss, dass wir die Stecker austauschen müssen und dass eine der beiden Batterien bzw ihre Elektronik einen Defekt hat. 

Passende Stecker hatte uns ja José in Ilhabela besorgt. Jetzt mussten wir uns ans Projekt wagen.

Das grösste Hinderniss: der Chef-Löter an Bord hatte bis dahin eine ausserordentlich schlechte Lötbilanz. Es hatte noch nie wirklich geklappt! Aber heutzutage (oder besser: bis neulich, kurz vor ChatGPT) schaut man mal bei YouTube vorbei und sieht zB ‚Die 10 häufigsten Fehler beim Löten‘. Sehr hilfreich! Seither ist das kein sooo grosses Hindernis mehr. Kam aber noch hinzu, dass die kleinsten Teile verleimt waren und da noch ein Kabel brach – war das evtl gar die Hauptursache?

Wie auch immer: seit die Stecker ausgetauscht sind, läuft wieder alles mit der einen Batterie wie geschmiert. Was für eine Wohltat! Und die andere scheint definitiv defekt zu sein. Daher steht auf dem Plan eine Reise per Mietauto nach Porto Alegre, zum einzigen entsprechenden Händler in Südamerika auf der Atlantikseite.  Da wollten wir sowieso mal hin, einfach nicht per Schiff, da das eine lange Reise über den sehr flachen ‚Entensee‘ und zurück erforderte. 

Die Marina von Itajaí ist deshalb noch etwas speziell, weil hierher viele regelmässige (sprich kommerzielle) Antarktissegler ausserhalb der Saison kommen, um die Schiffe wieder auf Vordermann zu bringen. Es hat einen grossen Travellift, der bis zu 100 Tonnen heben kann. Die Eisschiffe sind ja nicht ganz leicht, da ist das wichtig.

Und in der Stadt findet man anscheinend wirklich alles, inklusive und vor allem sehr gute Handwerker. Das hat uns zumindest der Franzose Olivier vom Nachbarschiff Mars erzählt. Er bereitet sich auch gerade auf seine Antarktistour vor. Mit ihm hatten wir ein paar gesellige Stunden verbracht. Wir konnten ihm auch etwas bieten: den Standort einer Bäckerei, die richtig gute Croissants und Baguettes macht! 

Nun sind wir aber wieder unterwegs. Wir tun uns für die nächsten Tage etwas schwer mit dem Wind. Wenn er einmal in die richtige Richtung weht, dann bald so stark, dass wir wieder Unterschlupf bräuchten, den es aber immer seltener gibt. Und dann dreht er wieder auf die entgegengesetzte Richtung und bläst heftig. So sind wir heute und morgen nur auf dem Weg zur Ilha de Santa Catarina, auf der die Stadt Florianópolis liegt. Im Norden der Insel werden wir uns an eine Boje hängen (die Barbatana liegt auch dort) und nach Porto Alegre fahren zum Batterieeinkauf. Danach wird es hoffentlich ein Wiedersehen mit Patricia und Peter geben, die mit ihrem Geländewagen auf dem Weg von Uruguay hoch sind. 
Bild von Klaus Tischhauser
Klaus Tischhauser

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