Die Sonnenstrahlen in der Caleta Notch haben uns zum Landgang verführt, den wir dann gleich  zum Müllverbrennen nutzten. Alles Brennbare (Karton, Papier, WC-Papier, Kunststoff) werfen wir jeweils in unseren Metalleimer und lassen das Feuer seinen Dienst tun.

Das Warten neben dem Eimer in der Sonne tat gut. Die Landschaft wie immer bei Sonnenschein prächtig. 

Für den Folgetag war ein langes Stück geplant, das uns aus der Magellan-Strasse und damit aus einem windmässig besonders schwierigen Teil bringen sollte. Gemäss Prognose zuerst – aus Zeitgründen – gegenan, dann evtl mit drehendem Wind segelnd oder motorend. Als wir draussen waren, wollten wir gleich wieder in die nächste Bucht rein, aus der Pould‘O übernachtet hatte und gerade herausgefahren war. Der Wind auf die Nase von über 25 Knoten war uns doch zu stark, zumal er ja bald abnehmen sollte. Also rein und etwas warten. Pould‘O meldete dann aber schon nur noch 16kn Wind. So brachen wir die Ansteuerung der Bucht ab und setzten die Fahrt fort. Bald setzten wir das Gross im zweiten Reff, rollten die Fock aus und versuchten es mit Motorsegeln bei 20 Grad scheinbarem Wind. Das klappte gut, führte uns aber über die Magellanstrasse, wo in der Mitte der Gegenstrom fast 2kn betrug, auf die andere Seite. Das stellte sich nach anfänglichen Zweifeln bei Teilen der Crew als die gute Seite heraus. Denn bald drehte der Wind so, dass wir auf unserer Seite ‚richtig‘ segeln konnten. Das blieb dann auch bis ins anvisierte Ziel, den Puerto Profundo, so. Die Magellanstrasse lag somit hinter uns und der tagelang ungünstige Wind, um da wegzukommen, war nicht mehr unser Problem. 
Der Puerto Profundo ist ein wunderschönes Kleingewässer neben dem Canal Smyth, mit sehr enger Einfahrt, in dem man ruhig liegt.

Pould‘O ist auch hier. Nach Ankunft um 22 Uhr (bei kurzzeitig wieder schönem Wetter) gingen wir noch rüber für einen geselligen Abend. Und um uns gegenseitig zu erzählen, wie es denn auf der jeweils anderen Seite der Magellanstrasse so war. Segler-talk halt. 

Und um uns gegenseitig aufzumuntern angesichts der praktisch ununterbrochenen Niederschläge. Man fragt sich schon, woher soviel Wasser in die Luft kommt. Am Äquator kann man sich das ja noch vorstellen, aber hier?

Nun ist es so, dass es gar nicht so weit entfernt ein Fleckchen gibt, das viiiiel trockener und wärmer sein soll, da es hinter und nicht vor den Anden liegt – Puerto Natales. Erst nur als Notlösung bei Dieselmangel in unseren Köpfen (wir waren schon mal da und not really impressed), hat es sich langsam zum Sehnsuchtsort gemausert. Das hilft gegen das Risiko der Niederschlags-Niedergeschlagenheit!

PS: dank unseren Nachbarn vom Wasserhuhn gibt es wieder Drohnenaufnahmen von uns. 

Bild von Klaus Tischhauser
Klaus Tischhauser

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