Sonnentage in Puerto Natales

Es ist wahrlich so, Puerto Natales ist viiiel trockener und sonniger als die Gegend auf der anderen Seite der Anden. Wir haben einige fantastische Sonnentage in der Gegend um Puerto Natales verbracht. 
Nach einem ersten, windigen, Aufenthalt vor Anker gegenüber der Stadt – der Ankerplatz heisst Puerto Laforet, also wie das für die Vendée Globe-Segler-Community bekannte Port La Foret in Frankreich -, den wir für erste Erkundigungen genutzt hatten, zog es uns weiter nach Norden zu den Balmaceda- und Serrano-Gletschern. Die Hinfahrt teilten wir auf zwei Tage auf und legten uns erst nach Puerto Prat, eine Bucht mit zwei, drei Fischerhütten.

Von dort kehrten wir mit einem Uber in die Stadt zurück, um die tags zuvor abgelieferte Bettwäsche aus der Wäscherei zu holen. Beim vorherrschenden Klima ist das Trocknen von so grossen Wäschestücken im Boot etwas ungemütlich. 

Bei wolkenlosem und strahlend blauem Himmel kreuzten wir am nächsten Tag den Estero de Ultima Esperanza hoch, wobei uns der Wind netterweise wohlgesinnt war, indem er manchmal gerade zur rechten Zeit so drehte, dass wir ohne Wende den Kurven des Fjordes folgen konnten, einfach perfekt!

Dann noch vorbei am Balmaceda-Gletscher,

um im hintersten Winkel gut geschützt und mit Blick auf die Spitzen des Cerro Balmaceda vor Anker zu gehen.

Nach dem Mittagessen draussen (!) stand die ‚Expedition‘ zum Lago Azul auf dem Programm. Der Fluss, der dahin führt solle mindestens 1.5 Meter tief sein, wäre also sogar mit der Iraila zu schaffen. Wir blieben aber sogar mit dem Dinghy stecken, so dass wir es ans Ufer legten und uns zu Fuss auf den Weg – den es aber als solchen natürlich nicht gab – zum Lago Azul. Anfänglich dem schmalen, trockenen Uferbereich entlang, dann im dichten Gestrüpp.

Wir gaben schliesslich auf. Auf den Weg raus mit dem Dinghy stach uns aber doch der Hafer und wir versuchten nochmals den Wasserweg hoch. Diesmal klappte das dank permanenter Grundbeobachtung durch die Co-Skipperin, so dass wir schliesslich den Lago Azul erreichten. Dort baute der stärker wehende Wind bereits eine – für das Dinghy – ordentliche Welle auf, so dass unser Wunsch, um die nächste Ecke blickend eine Blick auf einen Gletscher erheischen zu können, nass erkauft werden musste. Und nur um festzustellen, dass es da gar nichts zu sehen gab. Nun denn, schön und abenteuerlich war es trotzdem. Auf dem Rückweg konnten wir uns immerhin den Fluss hinunter treiben lassen. 

Am nächsten Tag folgte der nächste Erkundungsversuch: hinter dem Ankerplatz konnten wir am Hang einen schönen Wasserfall sehen und hören, sahen aber den Zufluss zu unserer Bucht nicht. Als machten wir uns nach dem Frühstücken mit Machete bewaffnet auf den Weg zum Wasserfall. Wieder viel Gestrüpp.

Aber wir sahen den Wasserfall und schliesslich auch den Zufluss. Weiter ging es zum Serrano-Gletscher, einem schönen Exemplar eines Hängegletschers.

Am frühen Nachmittag bei Windstille nahmen wir den Rückweg in Angriff und rechneten eigentlich mit einigen Motorstunden. Kaum im Fjord setzte aber wieder Wind von achtern ein und schob uns stundenlang voran bis zurück nach Puerto Natales. 

Gestern gab es dann noch ein grosses Wiedersehen mit der Pould‘O-Crew, die wegen eines medizinischen Notfalls Puerto Natales angelaufen war. Kam aber alles gut. Gemeinsam haben wir noch etwas Diesel besorgt, so dass wir bis Puerto Edén auf der sicheren Seite sein sollten.

Heute nun der Weg zurück auf die nasse und graue Seite. Aber irgendwie ist es auch gut, wieder vorwärts zu kommen nach dem kleinen Abstecher in die Sonnenstube, der sich tatsächlich ein wenig wie Ferien angefühlt hat. 

Bild von Klaus Tischhauser
Klaus Tischhauser

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