Von der Caleta Cinco Estrellas fuhren wir wieder über den Beagle-Kanal in den nächsten abzweigenden Fjord, den Seno Garibaldi. Schon am Eingang schwammen die ersten Eisstücke vorbei. Vormals grosse, die während der Reise aus dem Fjord noch nicht ganz weggeschmolzen sind. Der Garibaldi-Gletscher ganz hinten kalbt im Sommer anscheinend besonders stark. Das merken wir selber, je weiter wir den Fjord hochfahren. Schon kurz nach unserem Ziel, der Caleta Scherzo, versperrt ein Eisteppich die Weiterfahrt. Wir versuchen dennoch, soweit wie möglich an den Gletscher ranzukommen, allerdings mit dem Dinghy.

Mit ablaufendem Wasser ziehen die Eismassen langsam an den rundgeschliffenen Felsen vorbei. Eindrücklich.

Natürlich ist die Ankerbucht so gelegen, dass sie von diesen Bewegungen kaum betroffen ist.


Nicht nur des Eises wegen wird dieser Ort vor allem dem Skipper in Erinnerung bleiben. Er hat am ersten Tag bis abends um sechs und am nächsten Morgen ab sechs zwei besondere Wanderungen unternommen, die einen peinlichen und schmerzlichen Grund hatten: den Bergungsversuch der Drohne. Auf Details soll hier nicht eingegangen werden, sonst müsste noch ein Care Team beigezogen werden. Das Resultat ist: Drohne unbergbar in der Steilwand (trotz Koordinaten) und der Skipper körperlich am Ende mit Ganzkörpermuskelkater dank der undankbaren Topographie Patagoniens.
Nun gut.
Nach dem Frühstück nach der frühmorgendlichen zweiten ‚Wanderung‘ sahen wir schon, dass immer mehr Eis vom Gletscher den Fjord runtertrieb. Das würde die erste Aufgabe des Tages werden. Uns ganz langsam durch das Eisband schiebend kamen wir schadlos durch.

Im Beagle begrüsste uns erst mal ein Wal, dann kam Wind auf die Nase auf, der aber ohne Welle zu kreuzen ermöglichte. Wegen des Gegenstromes zwar mit bescheidenen Wendewinkeln, aber das erlaubte, Diesel zu sparen und Zeit haben wir ja genug.

Praktisch den ganzen Tag über hat es geregnet, nachdem der ganze Vortag trocken(!) war.
Vor dem angesagten stärkeren Wind liegen wir in der Caleta Lagunas gut geschützt. Allerdings ist sie zur Abwechslung kein Schmuckstück wie die letzten paar Ankerplätze. Dafür soll es warm werden und wandern soll auch möglich sein – sofern der Skipper wieder einsatzfähig ist…




4 Antworten
Klaus, I’m sorry fuer den Drohnenverlust… es war keine Loiterdrohne. Eine Bergedrohne muss im naechsten Drohnenbeschaffungsbudget sein. – Zwei Landleinen und ein/e Anker/leine? – War die Bucht zuwenig ‚tief‘ / zu seicht um 4 Landleinen zu haben, wie in vorhergehenden Bucht?
Salut Markus
Die vier Landleinen waren einfach zu legen und die Bucht sehr klein und seicht. Zwei hätten wohl auch gereicht. Der Anker hatte nur am Anfang eine Funktion, bis die ersten beiden Leinen ausgelegt waren.
Und einen Ersatz für die Drohne wird es wohl schon geben, der Blick von oben ist ja oft schon sehr schön.
Klaus, jawohl.
Die zusaetzliche/n Dimension / Sichten bereichern die Bildberichte ohne selber hingehen zu muessen und erlauben beeindruckende cinematographische Moeglichkeiten inklusi e Selbstbetrachtung ;-). Bilder vom Land auf gleicher und groesserer Hoehenlage sind mit viel Aufwand verbunden und sind sind trotzdem sehr limitiert.
Habt ihr die Drohne auch schon verwendet um Auszukundschaften von zB einem Buchten um zu Entscheiden ob sie ankerwuerdig sind?
Vor zwei Wochen hat der Enkel des Nachbarns ueber die Strasse (der Nachbar der mir den Segelvirus ‚for good‘ verabreichte) meine PV Sonnenpanele mit seiner Profidrohne ueberflogen mit normaler und Infrarotkamera und debei Defekte aufgezeigt: eine Zelle mit Teilkurzschluss und eine Anschlussboxe mit defekten Sperrdioden. Der erste haette ich bei visueller Inspektion entdecken koennen, dem zweiten waere ich wahrscheinlich nie auf die Spur gekommen.