Als ein französisches Pärchen, das wir in Ushuaia kennengelernt hatten und das jetzt in der selben Bucht wie wir liegt, unseren Track auf NoForeignLand gesehen hatte, gaben die beiden uns den im Beitragstitel erwähnten Namen. Tatsächlich sind wir weite Strecken im Zickzackkurs gegen den Wind unterwegs, während andere sogar mit dem Wind im Rücken motoren. Dank der umsichtigen Planung der Skipperin können wir gute (Gegen)winde nutzen und so zwar langsam, aber angenehm, da relativ leise, vorwärtskommen. Dank dem Fehlen von Wellen machen wir jeweils guten Speed durchs Wasser.
In der Caleta Lagunas unternahmen wir dann doch noch eine kleine Wanderung, zum angekündigten binge watching kam es gar nicht.
Wer etwas Menschen-watching betrieben hat, war ein Seelöwe, dem die Bucht wahrscheinlich gehört. Daher hat er jeden unserer Schritte bzw die Ruderschläge neugierig verfolgt.

Von Caleta Lagunas ging es erst am Nachmittag los und nicht sehr weit, aber wir hatten uns damit eine gute Ausgangslage für den nächsten Tag geschaffen. Es ging schon um 4 Uhr früh weiter, um den Wind eben noch zu nutzen. Das klappte auch sehr gut und bescherte uns einen herrlichen Segeltag. In den hunderte Meter tiefen Gewässern zwischen den Inseln sahen wir lange Zeit Blase von Walen und ihre Rücken, einmal schraubte sich einer empor, um dann wieder ins Wasser zu klatschen. Herrlich. Die Sonne bestrahlte endlich wieder einmal die schroffer werdende Landschaft und sorgte für vergleichsweise angenehme Temperaturen.
In der Caleta Macias am Abend sass die Crew sogar bei einem Bierchen draussen in der Abendsonne.
Als es um 5 Uhr wieder weiterging, empfing uns nochmals die Sonne.
Obwohl mit einem ganzen Tag motoren gerechnet wurde, erlaubte uns erstmals achterlicher Wind auch heute ein paar Meilen zu segeln – aber zur Abwechslung ohne Kreuzen. Ziel war eine der angeblich schönsten Buchten Patagoniens, die Caleta Brecknock. Sie gleicht tatsächlich einem Felsstadion.
Das Wetter hat sich wieder normalisiert, d.h. es ist wieder feuchter und trüber geworden. Das Festmachen ist nicht so königlich wie unser Kreuzen; die eine Leine reisst erst ein Bäumchen aus, dann einen Felsnagel. Erst der dritte Versuch an einem weit entfernten grösseren Baum verspricht Sicherheit. Mühsam. Von den beiden frühen Einsätzen der letzten Tage sind wir ein wenig gezeichnet. Wir waren wohl auch schon mal jünger…