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Hafengefangenschaft in Dornumersiel

Ostern liegt hinter uns, Bremerhaven auch. Wir hatten die sonnigen Tage um Ostern für einen Radausflug der Weser entlang von Hameln (ja, der Rattenfängerort) nach Minden genutzt. 

Am Schiff ist nun fast alles erledigt und in Ordnung. Offen sind noch die Kurzwelle und das defekte Segel. Wir waren mit Letzterem nach Stade (sehr nett!) zur dort ansässigen Segelwerkstatt Stade gefahren und haben das gleich als kleinen Ausflug ins Alte Land verpackt. Das Resultat nach Begutachtung vor Ort war dann: Totalschaden. 

Nun gut, auch das werden wir überleben. 
Am Wochenende besuchten wir das Klimahaus in Bremerhaven. Es beherbergt u.a. eine besondere Art von Museum: Land und Leute inkl. Klima  werde. auf ca. dem 8. Längengrad rund um den Globus möglichst realitätsnah dargestellt. 8 Grad Ost ist ca. der Längengrad von Bremerhaven. Die Reise führt über eine Schweizer Alp nach Sardinien, Niger, Kamerun, Antarktis, Samoa, Alaska und Langenese zurück nach Bremerhaven. Auf der Reise ist es mal heiss, mal saukalt. Sehr interessant. 
Letzten Dienstag sind wir dann bei Hochwasser los und haben uns hinter der Ostfriesischen Insel Wangerooge vor Anker gelegt. Nächste Etappe dann Langeoog. Am Donnerstag hatten wir einen Termin für einen Volvo Penta Motorservice (dürfen wir während der Garantiezeit noch nicht selber machen) in Dornumersiel, gleich nebenan. Daher nahmen wir die nicht einfache Einfahrt bei noch genügend Wasser in Angriff, scheiterten aber. Will heissen: wir setzten auf und entschieden uns bei 25 Knoten Wind, nicht noch lange rumzupröbeln, sondern uns vor Langeoog, der wir noch einen abendlichen Besuch abstatteten, vor Anker zu legen, um am nächsten Morgen bei etwas mehr Wasser unter dem Rumpf den nächsten Versuch zu starten. 

Trotz vorgängiger Instruktion durch den Hafenmeister blieben wir wieder stecken. Beim zweiten Versuch klappte es dann. 

Der Yachthafen ist eigentlich für kleinere Schiffe gedacht, daher durften wir im Fischereihafen anlegen. Allerdings nicht wunschgemäss auf der dem Wind abgewandten Seite, sondern gegenüber. So drückte uns der Wind beim Anlegen automatisch einfach an die Mauer, danach und bis jetzt aber auch! Hinzu kommt, dass hier dicke Dalben stehen und dazwischen nichts ist. So drückt unsere Reeling auch auf die Dalben, denn sie ist breiter als der Rumpf. Blöd! 

So müssen wir genau da Fender anbringen und das Schiff genau auf Position halten, sonst drückt es uns die Reeling ein. Und da wir mit dem Gezeitenlift 3.5 Meter hoch und runter fahren und dabei die Leinen dauernd nachajustiert werden müssen, sind wir auf dem Boot praktisch gefangen. Denn werden die Leinen bei aufsteigendem Wasser ‚länger‘, verändert sich die Position des Schiffes durch Wind und Strömung sofort. Sinkt das Schiff wieder ab, müssen wir verhindern, dass es plötzlich in den Leinen hängt. Daher wollten wir heute nach einer sehr mühsamen Nacht unbedingt los. Wir liegen aber immer noch hier, da unsere Versuche allesamt kläglich scheiterten. Die 20 Knoten Wind, die uns an die Wand drücken, sind bei der Wand einfach zuviel. Segler mögen nun einwenden, dass Eindampfen in Vor- oder Achterspring doch eine einfache Lösung wären. Ersteres funktioniert mit Doppelruder leider nicht, Letzteres an dieser Wand mit den Vertiefungen nicht ohne Schaden. Der letzte Versuch mit einer Vorleine mittschiffs auf der Luvseite und Fahrt zurück inkl Bugstrahlruderunterstützung klappte fast. Aber das Schadenspotenzial, falls wir bei Fahrt hätten abbrechen müssen, war zu gross. Daher brachen wir in aussichtsreicher Position doch ab und liessen es gut sein. Wir bleiben auf dem Boot und im Hafen gefangen. Gut, drei Stunden um Hoch- und Niedrigwasser rum tut sich nicht viel. Zeit für ein Nachtessen oder einen Spaziergang am Badestrand entlang, der noch auf Badelustige wartet. 

Morgen soll der Wind etwas nachlassen. Allerdings ist dann auch der gute Ostwind, der uns schnell voran gebracht hätte,  vorbei. Aber dafür sind wir wieder frei! Falls es klappt. 

Klaus Tischhauser
Klaus Tischhauser

Eine Antwort

  1. Das tönt ja recht dramatisch mit Windstärke und Wand. Immerhin war doch noch ein Spaziergang möglich. Ich hoffe, ihr kommt morgen wirklich weg von dieser Wand. 🍀💪
    Grüsse aus Korcë, Albanien

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