Wie wenn der wunderbare Gletschertag nicht genug gewesen wäre, folgten gleich noch zwei sommerliche Toptage. Am ersten fuhren wir zum Teil segelnd bei wellenlosem Wasser gen Norden. Zwar ohne zusätzliche Highlights, aber doch fabelhaft nach den etwas strengeren zurückliegenden Wochen. Am Sonntag dann – abgesehen von der Tatsache, dass wir erneut segeln konnten – gleich drei Highlights. Das erste kündigte sich zuerst in der Nase an. Ein bekannter Duft lag in der Luft und der Blick nach vorne zeigte dann auch tatsächlich den Ursprung: eine kleine Insel, die von Vögeln und Seelöwen und -hunden bevölkert war. Riecht streng. Etwas später, aber immer noch in einiger Entfernung, hörten wir bei einem Segelmanöver seltsame Geräusche. Da trug der Wind schon lautes Gebrüll von den Seelöwen zu uns her! Wir nahmen die Segel runter und näherten uns langsam unter Motor. Die sonst trägen und unbeeindruckten Fellträger machten sich erstaunlich früh fluchtartig auf den Weg ins Wasser. Wo die einen schnell weiter das Weite suchten, die anderen neugierig zu uns her schwammen. Was für ein Anblick! Die beiden kleinen Inselchen waren übersät von Vögeln und Robben, auch das Wasser war voll davon. Was für eine schöne, unerwartete Überraschung!

Der Grund für den Fluchtreflex der einen Tiere könnte übrigens in den Erfahrungen ihrer Ahnen liegen: der Fiordo Elefantes heisst so, weil sich hier einmal Unmengen an Seeelefanten tummelten. Heute sind sie ausgerottet. 

Etwas später – wir haben die Tiere wieder in Ruhe gelassen – schiebt sich der erste (für uns als solcher erkennbare) Vulkan ins Bild: der Cerro Macá. Oben vergletschert steht er majestätisch in der Landschaft. 

Dann steht noch der Besuch von heissen Quellen an. Wir ankern in einer kleinen Flussmündung und fahren mit dem Dinghy hin. Ein grösseres Touristenschiff hat dort schon Halt gemacht und wir sehen emsiges Treiben in menschgemachten Betonbecken.

Als wir anlegen wollen, teilen uns die sehr netten Angestellten des Schiffes mit, dass dies eine private Einrichtung sei, die nur mit dem Schiff der Besitzerorganisation, dem Hotel Lobos del Sur, besucht werden könne. Tickets seien auch dort in Chacabuco zu kaufen. Nun denn.

Auf dem Weg zurück zum Schiff sehen wir Dampfschwaden aus dem Wasser aufsteigen!

Unsere eigenen heissen Quellen! Wir machen das Dinghy an Ästen am Ufer fest und springen – beide! – ins Wasser. Herrlich! 

Als Bonus gibt es noch ein paar sich auf Bojen einer Fischfarm räkelnde Robben zu bestaunen. 

Abschluss ist die kleine, gut geschützte Caleta Gato, in der schon zwei Fischerboote liegen, uns aber noch genügend Platz lassen. 

Drei wundervolle Tage liegen hinter uns! Es scheint, als hätten wir Patagonien hinter uns gelassen und seien im Sommer angekommen. 

Bild von Klaus Tischhauser
Klaus Tischhauser

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