Die herrlichen drei Tage haben uns schon etwas eingelullt. Der nächste Tag holt uns aber wieder in die andere Realität zurück. Es ist grau und nieselt, als wir aus den Federn kriechen. In Erwartung leichter Winde schlagen wir den Code Zero an und gehen Anker auf. Schon bald hat es genügend Wind zum Segeln. Wir gehen gleich auf den Solent, da der Horizont etwas beängstigend wirkt. Der Wind nimmt denn auch munter zu – bis auf über 40 Knoten in der Spitze, konstant weit über 30. Da er aber aus 130 Grad scheinbar weht und wir nur unter bereits wieder stark eingerolltem Vorsegel segeln, ist das überhaupt kein Problem. Die Wellen werden zwar grösser. Doch als wir auch noch das Schwert ganz aufholten, gab es nicht mal mehr aus der Küche, in der das Mittagessen vorbereitet wurde, Reklamationen. Vorteil eines Center Boards!
Unser Ziel für den Tag, ganz hinten in der Ecke des Fjords, ist Puerto Chacabuco. Gerade als wir aus dem Schutz einer davor liegenden Halbinsel auf die Ensenada Baja, unserem Ziel, nur noch unter Motor einbiegen wollen, schiessen uns nochmals 38 Knoten Wind und Regen entgegen und drohen, uns aufs nahe Flach zu drücken. Das muss nun wirklich nicht sein. Wir drehen um, schmeissen den Anker hinter der Schutz bietenden Halbinsel und geniessen in Ruhe die zuvor zubereiteten Tagliatelle Amatriciana.
Als alles ruhiger wird, wollen wir los, der Anker will aber bleiben. Nach mühsamem Hin und Her kommt er doch endlich klar. Dafür hat der Wind nochmal heftig aufgedreht und auch seinen Regenkumpel wieder mitgebracht, sodass das Ankern dann doch etwas ungemütlicher als geplant wurde. Aber: die Sonne zeigte sich bald wieder und wir waren erstmals seit einem Monat wieder in ‚richtiger‘ Zivilisation: Stromleitungen, Strasse, Autos, Hundegebell, Arbeitslärm. Herrlich!




